31. Generalversammlung des Internationalen Kolpingwerkes

[20. Mai 2007 | 15:06:00]
Das christliche Konzept von Arbeit überall in der Welt umzusetzen – Mit diesem Ziel tritt das Internationale Kolpingwerk in den kommenden fünf Jahren an.

Einsatz für die Rechte der Arbeitnehmer in aller Welt

31. Generalversammlung des Internationalen Kolpingwerkes

13-19.05.2007, Alsópáhok

Kolping Die 290 Delegierten der 31. Generalversammlung verabschiedeten heute im ungarischen Alsópáhok das Aktionsprogramm „Arbeit ist Dienst am Leben.“ „Als internationaler Verband haben wir die Chance, Netzwerke zu bilden und uns so gemeinsam einzusetzen gegen globale Probleme wie ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, die sich nicht allein auf nationaler Ebene bekämpfen lassen,“ so Generalsekretär Hubert Tintelott. „In der Solidarität der Kolpingmitglieder untereinander liegt für uns eine große Botschaft der Hoffnung, dass auch kleine Leute etwas in der Welt ändern können, wenn sie sich zusammenschließen,“ betont der Nationalpräses von Kolping Südafrika, Father Roland Pasensie.


Auf nationaler und regionaler Ebene bietet Kolping in rund 60 Ländern Programme zur Bildung und Weiterbildung an, um damit Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Durch die Vergabe von Kleinkrediten ermöglicht Kolping die Entstehung und den Ausbau von Kleinstunternehmen und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen. Auf politischer Ebene engagieren sich zahlreiche Nationalverbände, zum Beispiel in Uruguay und Ecuador, für die Rechte der Arbeitnehmer im informellen Sektor. In Deutschland setzen sich mehrere tausend Kolpingmitglieder aktiv als Arbeits- und Sozialrichter, in den Selbstverwaltungsorganen der Sozialversicherungsträger und des Handwerks, sowie als Betriebs- und Personalräte für christliche Werte in der Arbeitswelt ein.

„Mit 290 Delegierten aus 49 Ländern war diese 31. Generalversammlung die größte und internationalste, die es jemals gab,“ so Generalpräses Axel Werner. Schon die nächste Generalversammlung, die im Jahr 2012 in Bensberg stattfinden wird, wird nach Beschluss der Delegierten deutlich kleiner werden, um die finanzielle und auch organisatorische Belastung für den weiterhin wachsenden Verband nicht zu groß werden zu lassen. In Zukunft wird der Entsendeschlüssel für die Nationalverbände so geändert, dass sichergestellt wird, dass auch die kleineren, finanzschwächeren Nationalverbände proportional angemessen vertreten sind. Derzeit hat das Internationale Kolpingwerk rund eine halbe Million Mitglieder in 61 Ländern.

Persönliche Grüsse von Papst Benedikt XVI. an die Delegierten überbrachte Bischof Josef Clemens, Sekretär des bischöflichen Laienrates, der am Dienstag, 15. Mai, einen Vortrag zu den Impulsen der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ für die Kirche und katholische Verbände hielt. „Ohne das Wort zu benutzen (oder zu kennen?) haben die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils (das vor 42 Jahren zu Ende ging, Anm. d. Red.), den Prozess der Globalisierung bereits als große Herausforderung erkannt“, so Bischof Clemens. „Gaudium et spes“ stelle sich der Globalisierung keineswegs entgegen, sehe aber auch die Notwendigkeit eines ethischen Korrektivs: Die Botschaft von der gleichen Würde aller Menschen. „Bei der Globalisierung muss es sich nicht um eine „Einbahnstraße“ handeln, die uns in eine Richtung zwingt, sondern wir können und müssen uns aktiv in ihre Prozesse mit den aus dem Glauben gewonnen Korrektiven einschalten,“ ermunterte Bischof Clemens die Delegierten. Und er überbrachte eine Einladung aus Rom: Der Heilige Stuhl will ein Forum aller international tätigen katholischen Verbände errichten, um eine konzertierte Aktion auf der Ebene der Vereinten Nationen zu ermöglichen, an dem auch das Internationale Kolpingwerk beteiligt sein soll.

Stammgäste